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- LINKEDIN · IMAGESince 27 Oct 2026
4 Tage krank? Kein Drama. 4 x 1 Tag krank? Plötzlich wird’s für den Bradford-Faktor interessant. Der Bradford-Faktor ist eine Kennzahl aus dem Personalmanagement, mit der Unternehmen Fehlzeiten nicht nur nach ihrer Dauer, sondern auch nach ihrer Häufigkeit betrachten können. Er wird genutzt, um auffällige Fehlzeitenmuster frühzeitig zu erkennen. Denn 10 Fehltage am Stück sind organisatorisch etwas anderes als 10 einzelne Krankheitsfälle. Berechnet wird das so: Bradford-Faktor = Anzahl der Fehlzeiten² × Anzahl der Fehltage In der Praxis kann das dann beispielsweise so aussehen: 👉 1 Krankheitsfall mit 10 Tagen = 10 Punkte 👉 5 Krankheitsfälle mit insgesamt 10 Tagen = 250 Punkte 👉 10 Krankheitsfälle mit insgesamt 10 Tagen = 1.000 Punkte Eine hohe Punktzahl weist jedoch nicht immer auf einen problematischen Mitarbeitenden hin. Denn vielleicht steckt dahinter eine chronische Erkrankung oder psychosoziale Belastungen. Vielleicht aber auch tatsächlich ein auffälliges Fehlzeitenmuster. Man weiß es erstmal nicht. Vor allem im gewerblichen Bereich, in dem Mitarbeitende häufig von schweren körperlichen Belastungen und chronischen Beschwerden betroffen sind, muss man hier vorsichtig sein. 2024 entfielen in Deutschland 171,3 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes. Das entspricht 19,4 % aller AU-Tage. Die BAuA schätzt die damit verbundenen Produktionsausfallkosten auf 26,1 Milliarden Euro. Der Ausfall an Bruttowertschöpfung wird auf 44,2 Milliarden Euro geschätzt. Ein Mitarbeitender mit wiederkehrenden Rücken-, Schulter- oder Gelenkproblemen kann also einen sehr hohen Bradford-Faktor erreichen, sollte deswegen aber nicht gleich unter Generalverdacht stehen. Ein hoher Wert ist hier vielmehr ein Indikator, genauer hinzuschauen: Gibt es ein gesundheitliches oder arbeitsbedingtes Problem, das man ergonomisch oder organisatorisch in den Griff bekommen kann, bevor es zu spät ist? Gleichzeitig birgt die Kennzahl eine echte Gefahr, nämlich Präsentismus. Wenn Mitarbeitende das Gefühl bekommen, dass jeder Fehltag ihren Score explodieren lässt, schleppen sie sich krank zur Schicht. Gerade im gewerblichen Bereich ist das brandgefährlich. Wer angeschlagen oder mit Schmerzmitteln an Maschinen arbeitet, riskiert schwere Unfälle und gefährdet das gesamte Team. Richtig genutzt taugt der Bradford-Faktor deshalb niemals als Kontroll- oder Disziplinierungsinstrument, sondern rein als Warnlämpchen für den Arbeitsschutz und gezielte Prävention. Denn die wichtigste Spielregel muss immer bleiben: Wer krank ist, gehört ins Bett und nicht an die Werkbank.
- LINKEDIN · IMAGESince 27 Oct 2026
250 bis 750 Euro kann ein Krankheitstag den Arbeitgeber kosten. Wie hoch ist es bei euch? Keine Panik, so geht es vielen Unternehmen und man kann es in den Griff bekommen. Nicht alle Mitarbeitenden haben jedoch denselben Unterstützungsbedarf. Besonders im gewerblichen Bereich lohnt sich daher ein genauerer Blick auf die Belegschaft. Von beschwerdefrei bis hin chronischen Beschwerden und Langzeit-AU unterscheiden wir fünf verschiedene Risikogruppen: 1. Beschwerdefrei (Keine Beschwerden) 2. Gelegentlich (leichte Beschwerden, aber keine Arbeitsunfähigkeit) 3. Rezidivierend (Wiederkehrende Beschwerden und kurze AU-Episoden) 4. Chronifiziert (Häufige oder längere AU) 5. Ausfallgefährdet (Langzeit-AU oder BEM-Fälle) Unser Ziel ist es, möglichst viele Mitarbeitende aus den Gruppen 3 und 4 schnell wieder in Richtung 1 und 2 zu bringen. Gruppe 5 braucht Aufmerksamkeit der Regelversorgung. Dabei greift das Gießkannenprinzip einfach zu kurz. Es lässt komplett außer Acht, dass Mitarbeitende verschiedene Bedürfnisse haben und dass nach Dringlichkeit priorisiert werden muss. Ein Rückenkurs für alle hilft nur denjenigen, die auch hingehen und spezifisch “Rücken” haben. Gesundheitsförderung muss dort ansetzen, wo der Bedarf am größten ist. Statt Maßnahmen nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen, unterstützen wir daher gezielt dort, wo Beschwerden drohen, chronisch zu werden und bevor aus ersten Symptomen lange Ausfallzeiten entstehen. Das ist nicht nur besser für die Mitarbeitenden, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll.
- LINKEDIN · IMAGESince 22 Oct 2026
Anwesenheitsprämie oder „Gesundheitsbonus“ als Lösung für den hohen Krankenstand? Das höre ich tatsächlich immer wieder, und zwar in allen Branchen. Auf dem Papier haben die Verfechter recht, zumindest sehr kurzfristig. Vereinzelt sinkt wirklich die Zahl der Kurzzeit-Ausfälle. Weil sich die Leute zur Arbeit schleppen. Ibuprofen rein, weiterarbeiten. Bis es nicht mehr geht. Dann fällt jemand nicht drei Tage aus, sondern sechs Wochen, weil zu spät gehandelt wurde. In der Praxis sehe ich im Wesentlichen zwei Modelle. Entweder die Prämie schrumpft mit jedem Krankheitstag. Oder sie ist mit dem ersten Tag komplett weg. Das zweite ist noch schlimmer, denn wer am 3. des Monats krank wird, hat für den Rest des Monats keinen Grund mehr, sich zu schleppen. Aus einem Tag werden dann gerne drei. Noch nie konnte mir ein Unternehmen zeigen, dass so die AU-Tage nachhaltig gesenkt wurden. Wer angeschlagen arbeitet, ist weniger leistungsfähig, macht mehr Fehler und hat ein höheres Unfallrisiko. Erkrankungen ziehen sich in die Länge oder werden chronisch, und am Ende stehen lange Fehlzeiten. Gespart hat man da wenig. Ganz im Gegenteil, die Präsentismus-Rechnung wird einfach später präsentiert. ❗️Die BAuA geht davon aus, dass Präsentismus betriebswirtschaftlich mindestens so viel kostet wie krankheitsbedingte Fehlzeiten. Abgesehen davon finde ich es ethisch einfach nicht besonders cool. Klarer kann man Misstrauen gegenüber der eigenen Belegschaft nicht kommunizieren. Gesundheitsmanagement ist nicht dazu da, kurzfristig Abwesenheit zu reduzieren. Es soll langfristig das Wohlbefinden der Mitarbeitenden und damit ihre Arbeitsfähigkeit erhalten. Für Präsentismus darf es keine finanzielle Belohnung geben. Und schon gar nicht sollte Kranksein finanziell bestraft werden. P.S.: Ich weiß, dass es immer auch ein paar Mitarbeitende gibt, die ZUFÄLLIG regelmäßig montags und freitags „krank“ sind. Und ja, die nerven mich auch. Vielleicht hilft eine Prämie sogar, diese Kandidaten wieder öfter zur Arbeit zu bringen. Die Frage ist nur, welches Zeichen das an alle anderen sendet.
- LINKEDIN · IMAGESince 21 Oct 2026
Mitarbeiterausfälle bedeuten mehr als eine hohe AU-Quote: ➔ Schichtpläne, die nicht aufgehen. ➔ Teure Ersatz- und Leiharbeitskräfte. ➔ Stillstehende Produktionslinien. Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Ausfälle bei gewerblichen Mitarbeitenden. In unserem Praxis-Ratgeber finden Sie: 👉 5 Hebel, wie führende Unternehmen aus Logistik & Industrie Ausfälle bereits gezielt gesenkt haben. 👉 2 Case Studies mit Maßnahmen, die nachweislich wirken. Jetzt kostenlos herunterladen und direkt umsetzen. 👇
- LINKEDIN · IMAGESince 21 Oct 2026
Rückenschmerzen ➔ Mitarbeiterausfall ➔ Produktionsstillstand ➔ Quote nicht erreicht. Doch welche Maßnahmen wirken wirklich? Die finden Sie in unserem Praxis-Ratgeber: ✅ 5 Hebel für weniger Ausfälle + bessere Arbeitssicherheit. ✅ 2 Case Studies, die zeigen, wie führende Unternehmen aus Logistik & Industrie Ausfälle messbar gesenkt haben. ✅ Insights aus 20 Jahren BGM-Erfahrung inkl. Self-Check zur BGM-Effektivität. Jetzt kostenlos herunterladen und direkt umsetzen. 👇
- LINKEDIN · IMAGESince 20 Oct 2026
Wir bestellen abends, und morgen steht das Paket vor der Tür. Für uns ist das selbstverständlich. Aber irgendwo arbeitet jemand Tag und Nacht körperlich hart dafür, dass das, was wir bestellen, auch verschickt wird und ankommt. Genau deshalb kommen viele unserer Kunden aus der Logistik. … Es ist 2 Uhr nachts. Gerade fahren vier LKW an die Rampe, voll mit Paketen und Euro-Paletten. Der Rücken zieht seit Wochen. Noch eine halbe Stunde Pakete schleppen, dann meldet sich auch die Schulter wieder. Und bis Schichtende sind es noch vier Stunden. Zur Physio? Wann denn? Tagsüber wird geschlafen, und um 18 Uhr macht die Praxis zu. Also Zähne zusammenbeißen und weitermachen. So sieht die Nacht für viele in der Logistik aus. Bei einem großen Logistiker sind unsere Physios deshalb auch nachts vor Ort. Sie laufen durch die Halle, sprechen die Leute direkt an und schauen sich an, wo die Belastung entsteht. Manchmal reicht schon eine kleine Korrektur beim Heben. Wenn es mehr braucht, gibt es eine Behandlung im Behandlungsraum oder direkt am Arbeitsplatz. Während der Schicht und nicht erst danach. Eine Mitarbeiterin dort hat es so gesagt: „Es ist super, dass es hier dieses Angebot gibt und ich gezeigt bekomme, welche Übungen gut sind. Und dass ich weiß, dass jemand da ist, wenn ich mal wieder ein Problemchen habe.“ Besonders schätzt sie, dass das während der Arbeitszeit geht. Was Mitarbeitende im gewerblichen Bereich brauchen, ist keine Anwesenheitsprämie, kein Yoga nach Schichtende und auch keine Online-Rückenschule. Sondern echte Profis vor Ort, BEVOR nichts mehr geht.
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